Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung in München?
Die Frage nach dem Eigenkapital stellt sich fast jedem, der in München kaufen möchte. Die kurze Antwort: mindestens die Kaufnebenkosten, besser zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Warum das so ist, was alles als Eigenkapital zählt und wie eine Finanzierung mit wenig Eigenkapital aussieht, lesen Sie hier.
Die Faustregel: Nebenkosten plus 10 bis 20 Prozent
Banken erwarten in der Regel, dass Sie die Kaufnebenkosten selbst tragen. In Bayern sind das mit Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Maklerprovision rund 6 bis 9 Prozent des Kaufpreises. Je mehr Sie darüber hinaus einbringen, desto günstiger wird es: Mit 20 bis 30 Prozent Eigenkapital zuzüglich Nebenkosten erhalten Sie meist deutlich bessere Konditionen als bei einer Vollfinanzierung.
Warum mehr Eigenkapital günstiger ist
Banken staffeln ihre Zinsen nach dem Beleihungsauslauf – also danach, welchen Anteil des Immobilienwerts sie finanzieren. Typische Schwellen liegen bei 60, 80 und 90 Prozent. Wer eine dieser Schwellen unterschreitet, zahlt oft spürbar weniger Zinsen. Bei Darlehen in Münchner Größenordnung macht das über die Laufzeit schnell einen fünfstelligen Betrag aus.
Was als Eigenkapital zählt
- Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten
- Wertpapiere, Fonds und Aktien
- Bausparguthaben
- Schenkungen und Erbschaften – Eltern können ihren Kindern alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken
- ein schuldenfreies Grundstück
- beim Neubau in begrenztem Umfang Eigenleistungen
Beispielrechnung: Wohnung für 650.000 Euro
- Kaufnebenkosten (ca. 9 %): rund 59.000 €
- Eigenkapital: 130.000 €
- Darlehen: rund 579.000 €
- Monatliche Rate: rund 2.650 € bei einem angenommenen Sollzins von 3,5 % und 2 % anfänglicher Tilgung
Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, kein Angebot. Mit unserem Finanzierungsrechner geben Sie Ihre eigenen Werte ein.
Eigenkapital richtig einsetzen
Setzen Sie nicht Ihr gesamtes Vermögen in die Finanzierung ein. Eine Reserve von mehreren Monatsausgaben schützt Sie vor unerwarteten Kosten, etwa für Reparaturen, eine Sonderumlage der Eigentümergemeinschaft oder eine Phase mit geringerem Einkommen. Auch Wertpapiere müssen Sie nicht zwingend verkaufen: Manchmal ist es sinnvoller, sie als Sicherheit oder Reserve zu behalten. Wie Sie Ihr Eigenkapital am besten aufteilen, ist Teil des Beratungsgesprächs.
Kaufen ohne Eigenkapital?
Eine Vollfinanzierung ist möglich, wenn Einkommen und Bonität sehr gut sind – etwa bei Ärzten, Beamten oder gut verdienenden Angestellten. Sie ist aber teurer, die Rate ist höher und Sie bauen langsamer Vermögen auf. Ob sich das für Sie lohnt, rechnet der Finanzierungsexperte, mit dem wir eng zusammenarbeiten, mit Ihnen durch.
Häufige Fragen
Zählt ein Bausparvertrag als Eigenkapital?
Ja, das angesparte Guthaben zählt. Ein zuteilungsreifer Vertrag kann zusätzlich als günstiges Darlehen in die Finanzierung eingebunden werden.
Können Eltern beim Eigenkapital helfen?
Ja, etwa durch eine Schenkung. Eltern können jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Auch ein Familiendarlehen ist möglich, sollte aber schriftlich geregelt werden.
Wie viel Einkommen brauche ich zusätzlich?
Als Faustregel sollte die monatliche Rate 35 bis 40 Prozent Ihres Nettoeinkommens nicht übersteigen. Was das für Ihren möglichen Kaufpreis bedeutet, zeigt unser Finanzierungsrechner.
Ihre Finanzierung in München besprechen
Rechnen Sie Ihr Vorhaben mit unserem Finanzierungsrechner durch oder schildern Sie uns direkt Ihre Situation. Wir melden uns persönlich und bringen Sie mit einem nach § 34i GewO zugelassenen Finanzierungsexperten, mit dem wir eng zusammenarbeiten – unverbindlich und vertraulich.
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